Carl Spitzweg wurde 1808 in Unterpfaffenhofen geboren und starb 1885 in München. Er war ein Maler des Biedermeiers.

Die Mutter von Carl Spitzweg – Franziska Spitzweg – gehörte als Tochter eines reichen Früchtegroßhändlers dem Großbürgertum Münchens an. Carls Vater – Simon Spitzweg – stammte aus dem Dorf Unterpfaffenhofen im heutigen Landkreis Fürstenfeldbruck, wo seine Familie zu Wohlstand gekommen war. Carl Spitzweg hatte zwei Brüder, deren Berufe vom Vater vorbestimmt waren. Der ältere Bruder sollte den Betrieb übernehmen, Carl sollte Apotheker und der Jüngste Arzt werden. In München hatte er eine wohlbehütete Jugend, doch 1819 verlor er als Elfjähriger seine Mutter. Die Lateinschule durchlief Carl Spitzweg mit vielen Preisen und schloss das humanistische Gymnasium erfolgreich ab.

Obwohl sich das künstlerisches Talent von Carl Spitzweg schon früh ankündigte war er folgsam und begann im Jahre 1825 seine Lehre in der Königlich-Bayrischen Hofapotheke in München. In Carls letztem Lehrjahr allerdings starb sein Vater. Bis 1829 arbeitete Carl Spitzweg in der Löwenapotheke der Stadt Straubing, wo er ein Jahr zusammen mit Malern lebte. In diesem Jahr starb auch der älteste Bruder.

Carl Spitzweg begann 1830 mit dem Studium der Pharmazie, Botanik und Chemie an der Münchner Universität, welches er mit Auszeichnung abschloss. Er arbeitete nun als Apotheker, brach seine Apotheker-Laufbahn jedoch bald wieder ab. Während eines Kuraufenthaltes in Bad Sulz nach einer Krankheit entschied er sich hauptberuflich der Malerei zu widmen. Die Entscheidung wurde dadurch ermöglicht, dass er zu dieser Zeit seinen Erbanteil zugewiesen bekam.

1835 wurde Carl Spitzweg Mitglied des Münchner Kunstvereins. Er hat nie eine Akademie besucht, er hatte sich das Malen selbst beigebracht. Er reiste nach Dalmatien, nach Venedig (1850) und mit dem Landschaftsmaler Eduard Schleich nach Paris sowie auf dem Rückweg nach Antwerpen.

Kurz nach dem Tod seines jüngeren Bruders starb Carl Spitzweg 1885 mit 77 Jahren an einem Schlaganfall. Er wurde zurückgelehnt in seinem Stuhl in seiner Münchner Wohnung gefunden.

Carl Spitzweg schuf über 1.500 Gemälde. Bereits ab 1824 begann er mit Ölfarben zu malen. Zu seinen Lebzeiten konnte Carl Spitzweg circa 400 Gemälde verkaufen. Käufer fand er vor allem in der zu neuer Kaufkraft gelangten Bürgerschaft, auch wenn die Popularität, die Spitzwegs Malerei heute genießt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann.

Sein Malstil gehört der Spätromantik an. Anfangs war Carl Spitzweg noch mit der biedermeierlichen Richtung verbunden, später hat sich seine Malweise verändert. Er war dem Impressionismus bereits sehr nahe. Bereits während seiner Jugend malte Spitzweg sehr viel; auch während seiner Arbeit in der Apotheke malte er die Köpfe der echten und eingebildeten Patienten sowie Stadtportraits.

Carl Spitzweg stellte Menschen in ihrem bürgerlichen Milieu dar. Er schildert auf kleinen Gemälden das biedermeierliche Kleinbürgertum, die Sonderlinge und romantische Situationen. Er stellte zwar menschliche Schwächen dar, jedoch nicht das Verruchte oder das Gewöhnliche. Der arme Poet – das berühmteste Gemälde von Spitzweg – stammt aus 1839. In dem Gemälde "Der Kaktusliebhaber" zeigt Carl Spitzweg einen Büromenschen vor seiner Lieblingspflanze, dem Kaktus.

Durch das Zusammensein mit dem Landschaftsmaler Eduard Schleich, mit dem er viele Reisen unternahm, rückte Carl Spitzweg die Landschaft stärker in die Inspiration. Mit Farbsinn malte er grandiose Bergmassive, romantische Waldwinkel und grüne Hochebenen mit Wald.

Gemälde von Carl Spitzweg:

Carl Spitzweg Der arme Poet
Carl Spitzweg: Der arme Poet

Carl Spitzweg Der Schmetterlingsfänger
Carl Spitzweg: Der Schmetterlingsfänger

Carl Spitzweg Der Sonntagsspaziergang
Carl Spitzweg: Der Sonntagsspaziergang

Carl Spitzweg Mäherinnen im Gebirge
Carl Spitzweg: Mäherinnen im Gebirge

Carl Spitzweg Rast auf dem Weinberg
Carl Spitzweg: Rast auf dem Weinberg

Carl Spitzweg Der Bücherwurm
Carl Spitzweg: Der Bücherwurm

Carl Spitzweg Badende Nymphe
Carl Spitzweg: Badende Nymphe

Aulistung von Werken von Carl Spitzweg:

- Der arme Poet
- Der Schmetterlingsjäger
- Der Sonntagsjäger
- Der Bücherwurm
- Ein Hypochonder
- Badende
- Der Abschied
- Der Kaktusfreund
- Ein Besuch
- Der Briefbote im Rosenthal
- Aschermittwoch
- Der ewige Hochzeiter
- Der abgefangene Liebesbrief
- Institutsspaziergang
- Mäherinnen im Gebirge
- Alter Mönch vor der Klause
- Die Postr
- Der eingeschlafene Nachtwächter
- Kunst und Wissenschaft
- Päpstliche Zollwache
- Ankunft in Seeshaupt
- Im türkischen Basar
- Im Harem
- Der Porträtmaler
- Disputierende Mönche
- Streitende Einsiedler